Am Abend des 16. Oktobers zeichnete sich deutlich ab: Der Reparaturrekord aus dem 2019 wurde am diesjährigen Schweizer Reparaturtag nicht gebrochen. Damals konnten über 1700 Gegenstände mit einem Gewicht von 5,6 Tonnen gerettet werden. Stand heute, Montag, 18. Oktober, konnten gemäss Hochrechnung 743 Gegenständen ein zweites Leben geschenkt werden. 2064 Kilogramm Ressourcen wurden vor dem Abfall bewahrt. Eine Hochrechnung war bislang nötig, weil wir nur von 23 Repair Cafés die definitiven Zahlen zugesendet bekommen haben, wir aber wissen, dass 30 Repair Cafés repariert haben.

Corona-Krise auch am Reparaturtag

Viel weniger Leute als im Rekordjahr 2019 besuchten dieses Jahr den Reparaturtag. Die Corona-Krise ist wohl der offensichtlichste Grund für das Ausbleiben der Massen. An der grundsätzlichen Nachfrage nach Reparaturdienstleistungen liegt es kaum: Sogar mitten in der Krise wurden 10 neue Repair Cafés gegründet. Sehr engagiert waren die Reparaturbegeisterten am Samstag trotzdem: Der Konsumentenschutz geht davon aus, dass sich weit über 500 Menschen am Reparaturtag engagierten.

Zeit der Wegwerfartikel vorbei

Innerhalb von sieben Jahren entstanden – auch dank der Aufbauhilfe des Konsumentenschutzes – über 170 kostenlose Repair Cafés in der Schweiz. Sara Stalder, Geschäftsleiterin des Konsumentenschutzes: «Die immense Nachfrage nach den Repair Cafés zeigt, dass es die Bevölkerung genug hat von der Wegwerfwirtschaft. Sie will defekte Dinge reparieren können. Reparieren schont das Klima, die Umwelt und das Portemonnaie». Die Zeit der Wegwerfartikel sei vorüber: «Jetzt ist die Politik und die Industrie gefragt: Produkte müssen endlich so gebaut werden, dass sie repariert werden können», so die Konsumentenschützerin.

Bald längere Garantiefrist?

Vielleicht sieht das endlich auch das Parlament so. Der Nationalrat befürwortete in der Herbstsession die Ausweitung der Garantiefrist von bislang 2 Jahren auf zukünftig 5 Jahre. Das Geschäft liegt nun beim Ständerat, der Bundesrat hingegen will von der nachhaltigen Massnahme leider nichts wissen.