Das Repair Café Arth ist das 100. Repair Café der Schweiz. Die Reparaturveranstaltung öffnet am Samstag, 26. Januar in Arth das erste Mal ihre Tore. Das Repair Café ist nicht die einzige neue Reparaturmöglichkeit: Mittlerweile gibt es bereits 104 Repair Cafés, wie auf der Seite www.repair-cafe.ch zu sehen ist. Seit der Konsumentenschutz Repair Cafés fördert, wächst die Schweizer Reparaturbewegung konstant. Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz: «Innerhalb von rund fünf Jahren entstanden in der Schweiz 100 Repair Cafés. Das zeigt, dass es der Bevölkerung ein Anliegen ist, defekte Dinge reparieren zu können und der Wegwerfwirtschaft etwas entgegen zu halten. Die Politik muss diese Anliegen aufnehmen».

Reparieren muss in der Politik ankommen

Der Reparaturbewegung war der Grund, wieso vier nationale Politiker Vorstösse für bessere Produkte eingereicht haben. Die Motion von Marianne Streiff-Feller (EVP) soll die Garantiedauer für Produkte auf fünf Jahre erhöhen. Stefan Müller-Altermatt (CVP) will Konstruktionsdaten für nicht mehr verfügbare Ersatzteile kostenlos im Internet verfügbar machen, damit sie mit 3D-Druckern nachgebildet werden können. Das Postulat von Isabelle Chevalley (GLP) fordert den Bundesrat auf, die Vorteile einer Kennzeichnung der Mindestnutzungsdauer von Produkten zu benennen. Konsumentenschutzpräsidentin Prisca Birrer-Heimo (SP) schliesslich will einen Bundesratsbericht über die Vorteile von reparaturfreundlich designten und entsprechend gekennzeichneten Produkten. Die Vorstösse wurden vom Bundesrat allesamt zwar abgelehnt. Doch nun sind die Politikerinnen und Politiker am Zug und könnten den Entscheid des Bundesrats korrigieren.

Konsumentenschutz: Förderer und Coach der Reparaturkaffees

Der Konsumentenschutz fördert und koordiniert die Deutschschweizer Reparatur-Organisationen. Er hilft bei der Gründung von neuen Repair Cafés mit kostenloser Anleitung, Beratung, Flyern, Plakaten sowie einer Haftpflichtversicherung. Das Engagement des Konsumentenschutzes zeigt Früchte: 2014 gründete der Konsumentenschutz das Repair Café Bern. Der Konsumentenschutz unterstützt die Repair Cafés als Reaktion auf die Hersteller-Strategie des geplanten Verschleisses von Gegenständen. Bereits im Jahr 2013 prangert der Konsumentenschutz  die sogenannte geplante Obsoleszenz an und veröffentlicht ein umfangreiches Dossier.



Politische Vorstösse zum Thema