Fast keine Region mehr ohne Repair Cafés. 2014 förderte der  Konsumentenschutz das erste Repair Café der Schweiz, seit diesem Monat  gibt es über 150 davon. Eine Erfolgsgeschichte des Konsumentenschutzes.  Auch die Reparaturzahlen lassen sich sehen. Pro Monat reparieren  Schweizer Repair Cafés über 1200 Gegenstände erfolgreich. Sie schonen so  das Portemonnaie der Konsumenten, das Klima und die Umwelt.

Defekte Elektrogeräte belegen Spitzenplatz

Die Auswertung zeigt: Die Hälfte der gebrachten Gegenstände sind  Elektro- und Haushaltsgeräte. Die beiden Kategorien belegen je 25  Prozent der zu reparierenden Dinge. Danach folgen Textilien auf dem  dritten Platz mit 18 Prozent. Hosen, Kaffeemaschinen und Staubsauger  liegen am meisten auf den Reparaturtischen.

Diese Marken landen im Repair Café

Philips-Geräte werden am meisten zur Reparatur gebracht. Danach folgt  die Schweizer Marke Mio Star und Sony. Unter den Schweizer Marken ist  nach Mio Star und Jura der Hersteller Bernina am häufigsten vertreten.  Es kann aus der Häufung jedoch nicht geschlossen werden, dass diese  Marken reparaturanfälliger sind als andere, da die Marktanteile der  Marken nicht bekannt gegeben wurden.

Die positiven Umweltauswirkungen von 262 geflickten Hosen

Der Gegenstand, der am meisten auf den Tischen der Reparaturprofis  landet, ist die Hose. Die Ökobilanz einer Jeans sieht im Durchschnitt  folgendermassen aus: Pro Hose wird etwa 30 Kilogramm Kohlenstoffdioxid  in die Atmosphäre geblasen und rund 8.000 Liter Wasser verschmutzt.  Hochgerechnet auf 262 geflickte Hosen entspricht dies Einsparungen von  über zwei Millionen Liter Wasser, und knapp acht Tonnen CO2, die nicht  ausgestossen wurden.

Klar ist: Noch positiver fallen die Klimaauswirkungen bei Elektrogeräten aus.

Reparaturdaten 2019

Im Verlauf des Jahres 2019 wurden von den 48 Repair Cafés insgesamt  7903 Gegenstände zur Reparatur entgegengenommen. Davon gelang bei 5190  Gegenständen die Reparatur, bei 452 gelang diese teilweise. Im  jährlichen Durchschnitt repariert ein Repair Café von 164 Gegenständen  108 erfolgreich. Das sind zwei Drittel der gebrachten Gegenstände.Auf  die (Stand: 31. Dezember 2019) 140 Schweizer Repair Cafés hochgerechnet  ergibt sich eine Anzahl von 23’050 Reparaturen pro Jahr, wovon  statistisch gesehen 15’213 gelingen.Pro Monat versucht die Schweizer  Reparaturbewegung durchschnittlich rund 1’920 Gegenständen ein zweites  Leben zu schenken, davon bei 1’267 Gegenständen erfolgreich.Teilweise  gelungene Reparaturen wurden nicht eingerechnet.
Zur Auswertung der Reparaturdaten 2019

So funktionieren Repair Cafés

Bei Repair Cafés handelt es sich um Treffen, an die Besucher defekte  Produkte mit Hilfe von ehrenamtlichen Profis reparieren. Werkzeuge  können kostenlos benutzt und gängige Ersatzteile günstig gekauft werden.  Das Reparatur-Angebot ist lokal unterschiedlich. Repair Cafés bieten  die Möglichkeit, konkret etwas gegen den Ressourcenverschleiss und die  wachsenden Abfallberge der Wegwerfwirtschaft zu unternehmen. Ganz  nebenbei wird das Portemonnaie geschont und man trifft andere Besucher  bei Kaffee und Kuchen. Der Konsumentenschutz fördert Deutschschweizer  Repair Cafés seit 2014. Es existieren über 150 Repair Cafés in der  Schweiz.